Die Herkunft von Chitosan ist entscheidend in der Weinbereitung

Regulatorischer Rahmen · Analytische Authentifizierung · Zertifizierte Pilzherkunft

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Warum die Herkunft von Chitosan in der Önologie ein kritischer Faktor ist

Chitosan ist heute ein anerkannter, vielseitig einsetzbarer Hilfsstoff in der Weinbereitung – insbesondere zur Kontrolle unerwünschter Mikroorganismen sowie zur Reduktion von Schwefeldioxid.

Was häufig unterschätzt wird:
In der Önologie ist Chitosan kein generischer Zusatzstoff.
Seine Herkunft ist streng reglementiert und muss wissenschaftlich belegt werden. Der OIV definiert:

  • welche Herkünfte zulässig sind
  • welche Analysen die Übereinstimmung mit dem Codex nachweisen müssen

Daher reicht eine Herstellererklärung nicht aus. Die Herkunft muss durch vom OIV akzeptierte Methoden eindeutig nachgewiesen werden – im Interesse des Verbraucherschutzes und der Produktsicherheit.

Werfen wir einen genaueren Blick darauf

Chitosan: definition and use in winemaking

Chitosan ist ein Biopolymer, das aus Chitin gewonnen wird. Es wird in der Weinbereitung verwendet für:

  • schonende Klärungsprozesse
  • die Kontrolle unerwünschter Mikroorganismen (z. B. Brettanomyces)
  • die Reduktion von Kontaminanten (z. B. Ochratoxin A)
  • die Verringerung der Schwefeldioxidzugabe

Unterschiedliche Quellen von Chitosan und ihre Bedeutung

Traditionell wird Chitosan aus tierischen Quellen wie Krusten- und Schalentieren hergestellt. Das ist problematisch aufgrund von:

  • Allergierisiken
  • Qualitätsschwankungen
  • eingeschränkter Rückverfolgbarkeit

Als Alternative wurden fungale Chitosanquellen entwickelt (z. B. aus Aspergillus niger). Diese sind:

  • nicht tierisch
  • nicht allergen
  • rückverfolgbar und sicher
  • für sensible Branchen geeignet

Daher akzeptiert der OIV ausschließlich zwei pilzliche Quellen:

  • Agaricus bisporus
  • Aspergillus niger

OIV-Referenzierungsschritte für Chitosan

  • 2009 – Resolution OIV-OENO 368/2009
     Einführung der Monografie COEI‑1‑CHITOS:
    • Definition: ausschließlich pilzlicher Ursprung
    • Reinheit ≥ 95 %
    • Parameter: Sedimentationsdichte, Viskosität, Restglukane
  • 2009 – Resolution OIV-OENO 338A/2009
    Zulassung der Anwendung von Chitosan zur Reduktion von:
    • Schwermetallen
    • Ochratoxin A
    • Brettanomyces & anderen Mikroorganismen
  • 2025 – Resolution OIV-OENO 728/2025
    Einführung der Stable Isotope Ratio (SIR) Methode in der Monografie zur Bestimmung der Herkunft (pilz vs. tierisch). Basiert auf δ¹³C- und δ¹⁵N-Isotopenverhältnissen.

Die neue Methode zur Herkunftsbestimmung: SIR

Die SIR-Methode (Stable Isotope Ratio) bietet einen schnellen und zuverlässigen Herkunftsnachweis. Sie trennt pilzliche von tierischen Quellen anhand von:

  • δ¹³C
  • δ¹⁵N

Diese Methode wird durch weitere wissenschaftliche Verfahren ergänzt (TGA, FTIR‑Chemometrie).

„Die Resolution OIV-OENO 728-2025 ist ein entscheidender Fortschritt. Sie ermöglicht es Käufern, die Codex-Konformität chitosanhaltiger Produkte eindeutig nachzuweisen und schützt Produzenten wie Verbraucher gleichermaßen.“

Wie lässt sich die pilzliche Herkunft von Chitosan sicherstellen?

4 characteristics guarantee compliance with the OIV International Oenological Codex for pure chitosan: 

Drei Kriterien aus Resolution OIV-OENO 368/2009:

  • Restglukane > 2 %
  • Sedimentationsdichte ≥ 0,7 g/cm³
  • Viskosität < 15 cPs (1% Lösung in 1% Essigsäure)

Ein Kriterium aus Resolution OIV-OENO 728/2025

Isotopenverhältnisse müssen in folgenden Bereichen liegen:

  • δ¹³C > −14,2‰ oder
  • δ¹³C < −24,9‰
  • Wenn −25,1‰ ≤ δ¹³C ≤ −24,9‰ → δ¹⁵N > +2,7‰

Diese Werte schließen jegliche tierische Herkunft vollständig aus.

Fungal Chitosan Certified – volle Transparenz

Auf Wunsch stellt Lallemand Oenology ein Produktherkunftszertifikat aus, das alle oben genannten Analyseparameter enthält.
Damit wird die fungale Herkunft aus Aspergillus niger eindeutig belegt – sowohl bei reinen Chitosanen als auch bei komplexen Mischungen.

 

 

Veröffentlicht  6. Jan. 2026 | Aktualisiert 23. Jan. 2026

BrettanomycesChitosanSchutz vor unerwünschen Mikroorganismen